Kraft und Stoff
Dienst-Pkw mit Biogas günstiger / aus: Elbe-Jeetzel-Zeitung 23.09.2006

Dienst-Pkw mit Biogas günstiger

 

dm Lüchow. Die Beschaffung oder Umrüstung von Müllfahrzeugen, die mit Biogas betrieben werden, wäre gegenwärtig unwirtschaftlich. Die Neubeschaffung von bio- oder erdgasbetriebenen Dienst-Pkw würde sich dagegen im späteren Betrieb finanziell auszahlen.


Das hat eine von den Grünen initiierte Wirtschaftlichkeitsanalyse der Kreisverwaltung zur Umrüstung der landkreiseigenen Fahrzeuge auf Biogas-Betrieb ergeben. Die Analyse ist jüngst dem Kreisverkehrsausschuss vorgelegt worden. Die Kreisverwaltung hat angekündigt, bei Ablauf der nächsten Leasingverträge für die Dienst-Pkw im September 2007 Angebote für biogas-/erdgasangetriebene Fahrzeuge einzuholen.

 

Die um 58000 Euro höheren Anschaffungskosten für BiogasMüllfahrzeuge würden sich bei einer jährlichen Kraftstoff- ersparnis von rund 2600 Euro erst in 22 Jahren amortisieren, hat die Kreisverwaltung ermittelt. Da die Fahrzeuge durchschnittlich nur sieben Jahre lang genutzt werden, wäre die Amortisationsphase zu lang. Im Ausschuss wurden Zweifel laut an den angegebenen hohen Kosten für die Umrüstung und den Gasbehälter. Diese Auskünfte sollen noch mal überprüft werden. Ebenso die Ersparnis durch Steuervorteile. Eine Umrüstung der vorhandenen Fahrzeuge komme nicht infrage, weil diese mit ihrem Alter von neun Jahren schon länger im Betrieb sind, als diese Fahrzeuge normalerweise genutzt werden.

 

Einstimmig hat sich der Fachausschuss dafür ausgesprochen, gemeinsam mit den anderen Anrainerkommunen zu beraten, wie die drohende Einstellung des Schienenpersonennahverkehrs zwischen Dannenberg und Lüneburg, die Kursbuchstrecke (KBS) 112, verhindert werden kann. Kurt Herzog, der das Thema für die GLW-Kreistagsfraktion in den Ausschuss gebracht hatte, monierte, dass die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) keinen Vertreter zur Ausschusssitzung geschickt hatte: »Wir müssen rechtzeitig aktiv werden, sobald über die Einstellung nachgedacht wird.» Ein solcher Schritt würde der Entwicklung der Region zuwider laufen, meint Herzog.

 

Wegen der Kürzung der Regionalisierungsmittel werde in allen Bereichen des ÖPNV und des schienengebundenen Personennahverkehrs (SPNV) nach Einsparungsmöglichkeiten gesucht, hat der Leiter der LNVG in einem Interview eingeräumt (die EJZ berichtete). Im besonderen Fokus seien dabei Schienenstrecken, auf denen täglich weniger als 500 Fahrgäste gezählt werden. Dazu gehört auch die KBS 112.

 

Derzeit gibt es nach Angaben der Kreisverwaltung keine konkreten Festlegungen für die Verringerung von Angeboten. Erst in den nächsten Monaten bzw. im Verlauf des nächsten Jahres seien Prüfungen geplant, die dann konkrete Kürzungen im neuen SPNV-Konzept 2007 zur Folge hätten. Sie würden aber erst 2008 wirksam werden. Für den laufenden Betrieb und den im Jahr 2007 bleibe es beim gegenwärtigen Angebot, hieß es im Ausschuss.

 
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